Familienintern oder extern? Die Frage, die zu früh gestellt wird
In fast jedem Erstgespräch zur Nachfolge kommt sie in den ersten zehn Minuten: „Sollen wir das in der Familie lösen oder verkaufen?“
Es ist eine gute Frage. Sie ist nur selten schon beantwortbar.
Denn es gibt nicht zwei Wege, sondern drei: die familieninterne Übergabe, das Buy-out durch das eigene oder ein externes Management, und den strukturierten Verkauf an einen Dritten. Welcher davon trägt, hängt an Dingen, die zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht auf dem Tisch liegen.
➔ Wie abhängig ist das Unternehmen von Ihnen persönlich? Je stärker, desto schwieriger jede Variante, die Sie schnell herauslöst — und desto wichtiger eine Übergangsphase.
➔ Wie sieht die Ertragslage der letzten drei Jahre aus, und was davon ist wiederkehrend? Das bestimmt, wie viel ein Käufer finanzieren kann.
➔ Was steht im Gesellschaftsvertrag? Aufgriffsrechte, Mitverkaufsklauseln, Syndikatsverträge — sie entscheiden manchmal die Frage, bevor jemand sie stellt.
➔ Und was wollen Sie eigentlich? Vollständiger Rückzug, Übergangsphase, Beirat. Standort und Arbeitsplätze erhalten. Der Name am Gebäude. Das sind keine weichen Randthemen, das sind Kriterien.
Unsere Erfahrung: Wer die Variante zuerst festlegt und dann die Fakten sucht, landet oft bei einer Lösung, die auf dem Papier funktioniert und in der Familie nicht. Wer umgekehrt vorgeht, hat am Ende meist weniger Optionen — aber die richtige.
⏱️ Die Frage nach dem Wie kommt nach der Frage nach dem Wohin.
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